Was ist Grappa?


Grappa
, die Mehrzahl ist Grappe.

Grappa ist ein aus Italien oder dem Tessin (CH) stammender Tresterbrand. Der Trester wird aus den vergorenen alkoholhaltigen Pressrückständen der Weinherstellung, dem sogenannten Trester, destilliert. Grappa hat einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 % Vol. Der Maximalgehalt beträgt in der Regel 60 % Vol. , kann aber auch 70 % Vol. übersteigen.

Zur Geschichte

Im 11. Jahrhundert, zu Beginn der Kreuzzüge, brachten «Weise» die Destillationstechnik nach Italien, wo sie sich insbesondere durch das Interesse von Jesuiten (gegründet 1540) verbreitete. Aus der gleichen Zeit stammen auch erste Dokumente, in denen die Destillation von Wein beschrieben ist. Grappa wird im Jahre 1451 erstmals erwähnt: Ein piemontesischer Notar vermachte seinen Nachkommen, neben vielen anderen Dingen, einen Keller mit einer Destillationsanlage und einer grossen Menge an Aquavit bzw. Grappe.

Mit wachsendem Nationalbewusstsein der Italiener wurde Grappa zu einem Nationalgetränk erhoben. So bekamen Italienische Soldaten des Ersten Weltkrieges täglich Grappa-Rationen mit der Absicht, die Schrecken des Krieges zu mildern. Seinen Ruf als «Schnaps der armen Leute» verlor der Grappa jedoch erst, als er nach technischer Optimierung des Destillationsprozesses in der Mitte des 20. Jahrhunderts die Aufmerksamkeit und Anerkennung von Gourmets erntete und sich auf der gesamten Welt verbreitete.

Heute

Früher pressten die Winzer ihre Trauben bis zum letzten Tropfen aus und das was übrig blieb, wurde von den Grappa–Brennern angemaischt (mit Wasser versetzt) und gebrannt. Trester wird heute in der Regel absolut frisch nach der Weinpresse verarbeitet oder in speziellen Stahltanks haltbar gemacht, damit das ganze Jahr über gebrannt werden kann. Heute ist es so, dass der Trester nicht mehr vollständig ausgepresst wird, sondern es bleibt für die Brenner noch zwischen 20% und 30% Fruchtfleisch übrig, was jeweils den sortentypischen Geschmack ausmacht; so schmeckt ein Nebbiolo wie ein selbiger oder ein Moscato wie eben ein Moscato usw.

Des Weiteren hat sich die moderne Destillierkunst in den letzten Jahrzehnten extrem verbessert. Man weiss heute, den sogenannten Vor- , Mittel- und Nachlauf sauber zu trennen und vom sogenannten «Fuselalkohol» oder auch «Begleitalkohol» zu befreien. Auch haben es die Destillerien verstanden, dass Grappe in verschiedensten Holzfass Ausbauten viel harmonischer und «runder» im Geschmack und sehr viel variantenreicher werden.

Grappa gekühlt geniessen oder nicht?

Grundsätzlich gilt; jeder nach seinem Gusto!

Aber es ist gut zu wissen; Bei jedem alkoholischen Getränk «verschliessen» sich die Aromen tendenziell, je kälter es ist. Daher empfehlen wir bei den meisten Spirituosen, das Glas nach dem Einschenken einige Minuten in der Hand zu halten, um den Inhalt auf ca. 20 bis 25 Grad zu bringen. So entfalten sich die vielfältigen Aromen optimal.